Ein Lächeln, halbwegs hollywoodreif – Sportler stehen salopp-männlich im Anzeigenteil. Die Stars, jene aus der Fußballbranche an der Spitze, wissen, wie sich ihr Kontostand aufbessern läßt.

Sie sind fröhlich für Unterwäsche (Uwe Seeler), testen Uhren (Gerd Müller), posieren schokoladebeißend (Rudi Altig). Drei Profis, drei Namen, drei Markenzeichen. Sportstars eignen sich offensichtlich vorzüglich dazu, konsumträge Zeitgenossen zu erschrecken.

Der Münchener Torwart Radenkovic beendet trotz bester Leistungen seine Karriere vorzeitig und geht in die Werbung. Gustav Scholz, einst Box-Europameister, ist Mitinhaber einer Werbeagentur, was er gewiß nicht allein jenen Fähigkeiten zu verdanken hat, die als „kreativ“ eingestuft werden.

Sportliche Höchstleistungen werden zum gesellschaftlichen Aufstieg benutzt. Dort, wo kapitalistische Bräuche herrschen, geschieht es direkt. Unverhohlener als in Rumänien, zum Beispiel: Dieser sozialistische Staat ehrte seine Handballspieler, die vor kurzem den Weltmeistertitel in Frankreich errungen haben, mit dem „Orden der Arbeit“ (Erster und Zweiter Klasse).

Auch sozialistischen Idealisten freilich darf unterstellt werden, daß es nicht ihre Absicht ist, sich Orden ausschließlich als Schmuckstück umzuhängen. W. S.