Ungewöhnlich befriedigt zeigten sich alle Sprecher der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, München, auf ihrer diesjährigen Pressekonferenz. Es wurde eine Ertragskraft demonstriert, die keinen Zweifel daran aufkommen ließ, daß die Bayern-Hypo auch künftig ohne Fusion mit der Bayerischen Vereinsbank gut weiter existieren kann. Die Bayern-Hypo erzielte im Geschäftsjahr 1969 das bisher beste Ergebnis in ihrer langen Geschichte.

Die Aktionäre erhalten eine auf 9 (8) Mark erhöhte Dividende und dazu wieder einen Bonus von 2 Mark. Die Dividende will die Bank als den kontinuierlichen Teil der Ausschüttung angesehen wissen, der Bonus wird auf die Ertragslage des jeweiligen Geschäftsjahres abgestellt. Wenn also die Dividende um 1 Mark heraufgesetzt worden ist, so soll darin zum Ausdruck kommen, daß die Bank der Ansicht ist, der Satz von 9 Mark werde auch künftig gezahlt werden können.

Damit ist jedoch nicht gesagt, daß sich für 1970 ein neues Rekordergebnis abzeichnet. Jedenfalls wird sich die Aufwärtsentwicklung des Ertrages in diesem Jahr stark verlangsamen. Im Augenblick spricht jedoch nichts für eine Zurücknahme des Bonus. Unter diesen Umständen scheint die Aktie der Bank bei einem Kurs von etwa 327 Mark für die 50-Mark-Aktie preiswerter zu sein als die Aktien der drei Großbanken.

Was die Bank 1969 verkraftet hat, zeigt neben der Erhöhung des Kreditvolumens um 1,5 Milliarden Mark vor allem der Erwerb von 334 Millionen Mark börsengängigen Wertpapiere. Darunter fallen 66 Prozent des Aktienkapitals der Zellstofffabrik Waldhof und 29 Prozent der Schultheiss-Brauerei in Berlin. kw