Wenn sich der Terminplan halten läßt, wird es vom 1. Juli an in der Bundesrepublik wieder einen Effekten-Terminhandel geben. Das Bundesfinanzministerium hat entschieden, daß dieses Geschäft nicht dem 11 prozentigen Mehrwertsteuersatz unterliegt. Damit ist eine wesentliche Hürde aus dem Weg geräumt.

Kummer bereiten jetzt noch die Bestimmungen über die technische Abwicklung. In dem Bestreben, alle Verlustquellen zu beseitigen, die nicht in dem Kursrisiko selbst liegen, hat man sich ein Sicherheitssystem ausgedacht, daß wegen seiner Gründlichkeit jedem Teilnehmer die Lust am Handel nehmen könnte.

Vernünftig scheint mir zu sein, daß man dem Publikum nicht sofort die ganze Palette an Termingeschäften anbieten will, sondern sich mit dem Optionsgeschäft begnügt. Was heißt das? Dazu ein Beispiel, das ich in einer Ausarbeitung der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank entnommen habe:

Bei einer Kaufoption erwirbt der Käufer das Recht, innerhalb der Optionsfrist (zwei, drei oder sechs Monate) jederzeit vom Verkäufer (Stillhalter mit Aktien) die Lieferung bestimmter Aktien zu dem vereinbarten Basispreis zu fordern. Bei Abschluß dieses Geschäftes ist lediglich die Prämie sofort zu zahlen, die nach internationalen Gepflogenheiten zur Zeit 5 bis 6 Prozent des Basispreises beträgt.

Der Preis der Option macht in unserem Beispiel 10 Mark je Aktie X aus. Der Kurs der Aktie am Kauftag der Option ist 200 Mark je Stück. Der Käufer erwirbt eine Option auf 50 Stück. Kursanstieg auf 250 Mark innerhalb der Optionsfrist. Das ergibt folgende Rechnung:

Kaufpreis der Option sofort fällig

10 x 50 500 Mark