Hamburg

Wäre ein Elefant höchstselbst, einer von Hagenbeck, dem mit Großtierhandlung verbundenen Hamburger Zoo, über die Hansestadt hinweggeflattert, an Fledermausflügeln oder sonstwie – die Sensation hätte kaum größer sein können, als es am Ostermontag die Ankunft des ersten Jumbo-Jets für die Deutsche Lufthansa war. Die Hamburger starrten auf die dreihundert Meter tief hängende Wolkendecke; der Jumbo-Jet tat ihnen den Gefallen und flog die Ehrenrunde noch tiefer, wozu eine ruckzuck erteilte Sondergenehmigung nötig war. Und auf dem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel herrschte eine Stimmung, die an jene Großflugtage erinnerte, als Fliegen noch eine Art Zirkus und Udet sein Artist war. Zwischen fünfzehn- und zwanzigtausend Zuschauer, so schätzt die Polizei, deren Kapelle Märsche schmetterte, hatten sich eingefunden. Und als Jumbo-Jet, die Boeing 747, für rund 350 Passagiere, gelandet war und Verkehrsminister Leber (dem bei dieser Gelegenheit ein Anflug von Humor gewünscht sei) markige Worte gesprochen hatte, da erlebte man so richtig, was moderner Verkehr ist: Da waren die Straßen im Hamburger Flugplatz-Norden kilometerlang verstopft von den Wagen der abfahrenden Jumbo-Jet-Bewunderer; da schlich im Schrittempo dahin, wer vom Düsentempo schwärmte; und da kamen die Leute, die im Gegenzug des Verkehrsgewühls ihre planmäßigen Maschinen erreichen wollten, eine Viertel-, eine halbe oder auch eine ganze Stunde zu spät zum Abfertigungsschalter. Eine große Stunde fortschrittlicher Verkehrstechnik hatte man erlebt Aber auch das: wie es wirkt, wenn ein Elefant in den bundesdeutschen Verkehrsladen einbricht, und dieser Laden zusammenbricht. Die Sensation hätte nicht größer sein können, das Exempel nicht krasser. o.