Wo schon Professoren Bomben basteln, um für Menschenrechte zu demonstrieren, kann es mit der Freiheit nicht weit her sein. Der Athener Massenprozeß gegen Professoren, Beamte, Schriftsteller, Offiziere und Studenten soll die Opposition gegen die Militärjunta inner- und außerhalb der Grenzen einschüchtern. Aber das Gegenteil ist eingetreten: Die Berichte der Professoren Mangakis und Karageorgas über die ihnen zugefügten Folterungen haben das Obristenregime aufs neue diskreditiert.

Es paßt ins herkömmliche Bild, daß die Athener Behörden skandinavischen Parlamentariern und acht ausländischen Juristen, unter ihnen Vertreter der Westdeutschen Rektorenkonferenz und der deutschen Anwälte, den Zutritt zum Prozeß verboten haben, weil sie die Würde der griechischen Justiz beleidigten. „Griechenland“, sagte dieser Tage ein norwegischer Politiker, „ist eine Leiche an Bord des Nato-Schiffes.“ Wann wird sich das höheren Ortes endlich herumgesprochen haben? kj