Unter starken Sicherheitsvorkehrungen findet in Athen zur Zeit der bisher größte Massenprozeß Griechenlands statt. Angeklagt sind 34 angebliche Mitglieder der Widerstandsorganisation „Demokratische Verteidigung“ (unser Bild), unter ihnen der 69jährige Generalleutnant a. D. Jordanidis, der 48 jährige Hochschulprofessor Mangakis und zahlreiche Intellektuelle. Den Angeklagten wird vorgeworfen, den Sturz der Regierung betrieben zu haben und für eine Serie von Bombenanschlägen in der griechischen Hauptstadt verantwortlich zu sein. Nach Darstellung des Anklägers umfaßt die Organisation insgesamt 57 aktive Mitglieder, von denen sich aber 20 im Ausland befinden.

Während der ersten Verhandlungstage gaben mehrere der Angeklagten an, sie seien bei Verhören gefoltert worden. Wie Mangakis erklärte, wollten die Widerstandskämpfer mit ihren Aktionen eine Ablösung des Militärregimes in Griechenland durch demokratisch gewählte Institutionen bewirken.

Inzwischen ist acht ausländischen Beobachtern offiziell die Teilnahme an dem Athener Prozeß verboten worden. Nach einer gemeinsamen Erklärung der Vertreter internationaler und nationaler Gremien, darunter der Westdeutschen Rektoren-Konferenz und der deutschen Anwälte, bedeutete ihnen der Generaldirektor des Athener Presseamtes, ihre Anwesenheit sei „eine Beleidigung der Würde der griechischen Justiz“. Ihnen sei daraufhin nicht erlaubt worden, bei der Gerichtsverhandlung weiterhin „offiziell anwesend“ zu sein. Damit könnten die Beobachter ihre Mission nicht erfüllen, hieß es in der Erklärung.