Do it yourself

Das geschah: Der Kläger, unschuldiges Opfer einer Karambolage, hatte sein Auto selbst repariert. Vom Schädiger forderte er den Preis, den eine Werkstatt üblicherweise berechnet hätte. Der Beklagte meinte, die Selbstkosten und ein angemessener Arbeitslohn taten es auch. Schließlich dürfe der Geschädigte, anders als die Werkstatt, am Unfall nicht noch verdienen.

Das Berliner Kammergericht entschied, dem Selbstreparierer gebühre der volle Werkstattpreis ohne Abzug. Das nämlich sei der Betrag, der zur Instandsetzung üblicherweise „erforderlich“ sei, und darauf bestehe ein gesetzlicher Anspruch. Einzige Ausnahme: Wer beispielsweise als Werkstattbesitzer Schäden am eigenen Wagen „in der Regel“ selbst beseitige, der habe auch bei Selbstreparatur eines Fremdschadens keinen Anspruch auf Unternehmergewinn. Für ihn ist der Werkstattpreis nicht der „übliche“. (KG 12 U 2388/68)

Zügig bei Gelb

Das geschah: Der Beklagte hatte die Kreuzung mit seinem Wagen fast erreicht, da schaltete der Polizeibeamte die Ampel von Grün auf Gelb. Der Fahrer gab Gas. Die Klägerin, in erster Position im Querverkehr, vertraute dem inzwischen leuchtenden Ampelgrün und fuhr zügig an. Den Wagen des Beklagten erreichte sie noch auf der Kreuzungsmitte. Beide Kontrahenten, nur sachbeschädigt, fanden, sie seien im Recht.

Das Berliner Kammergericht entschied, daß hier nur einer zügig fahren durfte: der Herr. Weil er der Ampel schon zu nahe war, um noch ohne Gefahr bremsen zu können, durfte er bei Gelb in die Kreuzung einfahren. Seine Pflicht beim späteren Wechsel auf Rot bestand im zügigen Räumen der Kreuzung. Ganz anderes galt für die Dame. Statt blindlings ihrem Grün zu vertrauen, hätte sie bedenken müssen, daß „insbesondere im Großstadtverkehr mit Nachzüglern, gegebenenfalls auch mit einem Versagen der Ampelanlage“ zu rechnen ist. Auch das weibliche Vertrauen in den ampelschaltenden Polizisten findet das Gericht übertrieben. Die Dame hätte sich, meinen die Richter, ehe sie „zügig“ anfuhr, „durch einen Einblick in den Bereich der Kreuzung ... vergewissern (müssen), daß dieses Vertrauen gerechtfertigt war“. Schließlich hätte sie „sich sagen müssen, daß der Polizeibeamte nicht alle vier Fahrbahnen gleichzeitig beobachten konnte“. Da sie dies alles, was „ein ordentlicher und verständiger Mensch“ beim Einfahren in eine Kreuzung nun einmal erwägt, nicht erwogen hatte, verursachte sie fahrlässig durch zügiges Anfahren den Unfall. (KG 12 U 23388/68) -ph-