General de Gaulle versprach sie, Georges Pompidou geht nun daran, sie in die Tat umzusetzen: die Modernisierung und Konzentrierung der französischen Industrie.

Nach dem italienischen Beispiel der IRI wurde in Paris eine neue Gesellschaft gegründet, die dem Land zu einer modernen Industriestruktur verhelfen soll. Es ist das „Institut für industrielle Entwicklung“ (Institut de Developpement Industriel), kurz IDI genannt. In drei Jahren soll es über ein Kapital von einer Milliarde Franc verfügen, das zum größten Teil vom Staat bereitgestellt wird. Aber auch bei Versicherungsgesellschaften und den Banken will sich das neue Institut Mitte! beschaffen.

Sie sollen in erster Linie entwicklungsfähigen mittelgroßen Unternehmen zugute kommen. Ganz große Unternehmen sollen von dieser Hilfe ebenso ausgeschlossen bleiben wie solche kleineren Unternehmen, deren Zukunftsaussichten schlecht sind.

Zumeist soll diese Hilfe durch Beteiligung der IDI am Kapital des betreffenden Unternehmens erfolgen. Die Kapitalbeteiligung soll gegebenenfalls auch dem Ziel dienen, den Zusammenschluß mehrerer Unternehmen zu leistungsfähigeren Gruppen herbeizuführen.

Jedoch auch ohne staatliche finanzielle Unterstützung ist der Drang zur Konzentration in den letzten Jahren immer stärker geworden. Allein im vergangenen Jahr gab es in Frankreich rund 1800 Fusionen. Während es noch vor ein paar Jahren kleine und mittlere Betriebe waren, die sich zusammentaten, so sind es heute oft die größten Gesellschaften des Landes, die zusammengehen.

So ist Rhône Poulenc durch die Übernahme von Mehrheitsbeteiligungen bei Pechiney, St. Gobain, Ugine Kuhlmann und Naphta-Chemie zu einem Mammutunternehmen avanciert und rangiert jetzt an fünfter Stelle in der Chemieindustrie in Europa.

Unter der „Schirmherrschaft“ der französischen Regierung wurden die drei großen öffentlichen Flugzeugunternehmen Sud-Aviation, Nord-Aviation und Societé d’Etudes et de Realisation de Engins Balestiques, in einer Gesellschaft zusammengefaßt. Die neue Gesellschaft, die Sociéte Nationale Aérospaciale, beschäftigt 40 000 Personen und erreicht einen Umsatz von 2,3 Milliarden Franc.