Als eine „wichtige Ergänzung“ der Bonner Kontakte mit Moskau, Warschau und der DDR haben die Bundesregierung und der Berliner Senat die Aufnahme der Vier-Mächte-Verhandlungen über Berlin bezeichnet.

Bundeskanzler Brandt erklärte in einem Fernsehinterview, über die Vierergespräche hinaus seien Zusatzverhandlungen zwischen der Bundesregierung und der DDR über die Zufahrtswege von und nach Berlin nötig. Eine Regelung zwischen den beiden Staaten in Deutschland ist nach den Worten des Kanzlers nicht „vernünftig denkbar, ohne daß Westberlin eine sichere Lebensgrundlage erhält“. Der CDU-Vorsitzende Kiesinger warnte davor, von den Berlin-Gesprächen Sensationen zu erwarten. Gleichzeitig drückte er die Hoffnung aus, daß die Verhandlungen nicht zu einer Schwächung Westberlins und seiner Verbindungen zur Bundesrepublik führen.

Die ersten Vier-Mächte-Verhandlungen in und über Berlin seit 14 Jahren hatten am Donnerstag der vergangenen Woche über drei Stunden gedauert. Über den Verlauf der Sitzung im Berliner Kontrollratsgebäude, an der die Botschafter der USA, Frankreichs, Großbritanniens und der Sowjetunion teilnahmen, war wegen der zwischen den Beteiligten vereinbarten Vertraulichkeit nichts zu erfahren. Wie anschließend in einem Kommuniqué verlautbart wurde, wollen sich die Botschafter am 28. April erneut treffen.

Das Kommuniqué hat folgenden Wortlaut:

„1. Die erste Sitzung des Gedankenaustausches der Botschafter der vier Mächte fand am 26. März 1970 in dem Gebäude statt, das früher vom Alliierten Kontrollrat benutzt wurde.

2. Folgende Vertreter nahmen an der Zusammenkunft teil, die von 10 Uhr bis 18.30 Uhr dauerte: der Botschafter Frankreichs, François Seydoux; der Botschafter Großbritanniens, Sir Roger Jackling; der Botschafter der Sowjetunion, P. A. Abrassimow, und der Botschafter der Vereinigten Staaten, Kenneth Rush, der als Vorsitzender die Sitzung eröffnete.

3. Weitere Treffen werden nacheinander unter Vorsitz des französischen, britischen und sowjetischen Botschafters stattfinden.