Wenn’s dem Südpol zu warm wird, versinkt Europa in fast ewigem Eis. Dann kühlt der Südpol wieder etwas ab – und die Eiszeit geht zu Ende. So erklärt ein neuseeländischer Gelehrter den fatalen Rhythmus von Eiszeiten und Zwischeneiszeiten, der die Erde seit etwa einer Million Jahren heimsucht.

Bisher haben die Wissenschaftler nur versucht, den Beginn einer Vereisung zu erklären. Der Forscher aus Neuseeland hingegen fragte sich, warum sie stets wieder aufhörte. Da kam ihm die Erleuchtung: Die Antarktis ist der Missetäter, mit dem Pulsschlag ihrer Gletscher. Dr. A. T. Wilson, Dozent an der Victoria-Universität in Wellington, hatte diese Theorie schon vor sechs Jahren in der britischen Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht; doch sie blieb unbeachtet. Jetzt ließ er seine Thesen noch einmal im „Canadian Journal of Earth Sciences“ drucken.

Drei Fragen müßten eine Erklärung für die Eiszeiten beantworten, meint Wilson:

1. Wenn die Vereisung eine kritische Grenze überschritten hat, dann reflektieren die weißen Flächen die allermeiste Sonnenstrahlung. Die Eiszeit dürfte dann nie wieder aufhören. Trotzdem erholt sich die Erde immer wieder. Warum?

2. Woher kommt der Rhythmus von Eiszeiten und Zwischeneiszeiten?

3. Warum treten Eiszeiten nur seit der Altsteinzeit vor einer Million Jahren auf?

All diese Rätsel konnte der neuseeländische Eiszeitforscher lösen, als er das Verhalten der südpolaren Eismassen theoretisch durchspielte.