Nach einer 49 Tage dauernden Regierungskrise in Rom ist es dem christlichdemokratischen Politiker Mariano Rumor gelungen, ein neues Kabinett zu bilden. Rumor, der nun zum drittenmal italienischer Ministerpräsident ist, steht wieder einer Regierung der Linken Mitte vor. Die letzte dieser Koalitionen war im vergangenen Sommer auseinandergebrochen.

Die neugebildete Regierung verfügt in beiden Häusern des römischen Parlaments über eine Mehrheit. Sie setzt sich aus 17 Christlichen Demokraten, fünf Sozialisten, drei Sozialdemokraten und einem Republikaner zusammen.

Pietro Nenni, der „große alte Mann“ der Sozialisten, gehört dem Kabinett nicht an. Seine Partei hatte für ihn das Außenministerium gefordert. Als Rumor diese Forderung ablehnte, verzichtete Nenni auf einen Ministerposten. Stellvertretender Ministerpräsident wurde der sozialistische Politiker Francesco de Martino, Außenminister der frühere Ministerpräsident Aldo Moro.

Die neue Regierung steht vor einer Fülle von Problemen. Eine der wichtigsten Aufgaben wird es sein, konjunkturpolitische Maßnahmen einzuleiten, um die drohende Rezession zu verhindern. Eine Vielzahl von geplanten und begonnenen Reformprojekten, die seit zwei Jahren zurückgestellt sind, wartet auf ihre Verwirklichung. Schließlich müssen von der Regierung die Regionalwahlen vorbereitet werden, die als ein erster großer Test für die Koalition des Centro Sinistra gelten.