Die Millionenumsätze in VW-Aktien bei stabilen Kursen (auch dann, wenn die Börse schwächer tendiert) führen zu immer neuen Kombinationen. Neuerdings heißt es, daß im Auftrage des Volkswagenwerkes ein Paket zusammengekauft wird, das dazu dienen soll, ein Abfindungsangebot an die freien Aktionäre von Audi/NSU zu ermöglichen. Eine Kapitalerhöhung zu diesem Zweck, so behaupten die Fusionsfachleute, ist bei VW nicht möglich, da die beiden staatlichen Großaktionäre kein weiteres Kapital investieren wollen.

Im Zusammenhang mit den Abfindungsversionen kam es in der Woche vor Ostern zu einer hausse-artigen Aufwärtsbewegung der Audi/NSU-Aktien. Die Käufe ließen erst nach, als ein Nachrichtendienst die Meldung verbreiten ließ, wonach die Audi/NSU-Aktionäre höchstens mit einer Dividende von 5 Prozent rechnen könnten. NSU schüttete zuletzt 8 Prozent aus. Angesichts der glänzenden Verkaufszahlen des Neckarsulmer Unternehmens hatte man an der Börse mit mindestens 10 Prozent gerechnet.

Wie kommt diese Enttäuschung zustande? Bilanzanalytiker nennen einen möglichen Grund: Angeblich will das Volkswagenwerk seine Bilanzierungsmethoden auch auf die Neckarsulmer Betriebsstätten angewandt wissen, deren Wertansätze nach Wolfsburger Maßstäben bislang zu hoch waren. Angesichts höherer Abschreibungen und Reibungsverluste im Zusammenhang mit der Fusion von Audi und NSU sei eine höhere Ausschüttung nicht möglich. Börsianer argwöhnen: Auf diese Weise sollen die Audi/NSU-Aktien abfindungsreif gemacht werden.

K. W.