Niedersachsen rüstet sich, ein Jahr vor dem regulären Termin, für den Wahlkampf. Frühestens am 7. Juni, spätestens am 21. Juni wird in Hannover ein neues Landesparlament gewählt. Den Ausschlag zu dieser Lösung der monatelangen Regierungskrise „ab die FDP-Fraktion, die ihrem Landesausschuß folgte und ein Mißtrauensvotum der CDU gegen den SPD-Ministerpräsidenten Diederichs ablehnte. Daraufhin brachte nach der SPD auch die CDU den Antrag ein, den Landtag vorzeitig aufzulösen.

Um ihre Position zumindest zu halten, strebt die FDP einen möglichst späten Wahltermin kurz vor den Sommerferien an. Am 14. Juni, einem der geplanten Wahltage, wird auch in Nordrhein-Westfalen und im Saarland abgestimmt. Die FDP-Bundesprominenz wäre erst danach für einen neuen Wahlkampf voll einsatzfähig.

In den Parteien sind unterdessen die ersten personellen Konsequenzen aus der Neuwahl-Entscheidung gezogen worden: Die CDU nominierte ihren Landwirtschaftsminister Wilfried Hasselmann (45) zum Spitzenkandidaten; Kultusminister Langeheine (70), der lange Jahre Anwärter auf den Posten des Regierungschefs war, fiel durch. Auf der Strecke blieb auch Bundesminister Egon Franke (57) als Vorsitzender des SPD-Bezirksverbandes Hannover; er unterlag dem Politologie-Professor Peter von örtzen (45). Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bleibt der gegenwärtige Finanzminister Alfred Kubel (60), der schon im vergangenen Jahr als Nachfolger Diederichs bestimmt worden war.