Rudolf Sperner, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden, unterstützt die Bemühungen Gustav Heinemanns um ein neues Geschichtsbild für deutsche Schulkinder. Der Bundespräsident hatte dazu aufgerufen, „unsere Geschichte bis in die Schulbücher“ hinein anders zu schreiben. („Einwohner des Südschwarzwaldes wissen so gut wie nichts von den Kämpfern der Salpeterer.“) Der Gewerkschaftsboß bezeichnete es auf einer Bauarbeiter – Funktionärsversammlung als „erschütternd und unverständlich“: „Wer erzählt den Kindern, welcher Leistung der gewerkschaftlich Organisierten es bedurfte, um im Baugewerbe die 40-Stunden-Woche einzuführen?“

Aristoteles Onassis, Reeder mit ungewisser Staatszugehörigkeit, erteilte den Engländern eine Lektion über repräsentative Schaustellung von Nationalstolz. Er erläuterte ihnen, daß ein geplantes Denkmal für Sir Winston Churchill nicht eindrucksvoll genug sei. Im Kampf um Churchills Ansehen mehrte Onassis sein eigenes Prestige: Seine Belehrung in Sachen Denkmal wurde von der „Times“ als Leserbrief gedruckt.

Richard Nixon, Präsident der USA, lud Johnny Cash, beliebter amerikanischer Folklore-Sänger, zum Vorsingen ins Weiße Haus und bekam einen Korb. Cash will zwar vorsingen, doch nicht den von Nixon gewünschten Song: „Welfare Cadillac“ (Wohlfahrts-Cadillac). Das Lied berichtet von einem Mann, der sich auf Kosten der Sozialfürsorge einen Luxuswagen kauft. Gegen den Vortrag des Präsidenten-Favoriten protestierten zuerst die Wohlfahrtsbehörden und dann auch der Sänger: Das Lied gehört nicht zu seinem Repertoire.

Alex Möller, Bundesfinanzminister, gewinnt in den Augen der Bonner Beamten ein freundlicheres Image: Er soll erwägen, einen altgedienten Ministerialdirektor auf einen wichtigen Posten zu berufen. Möller hatte bei seinem Einzug in das Ministerium auf die „alten bewährten Beamten“ nicht gerade viel Rücksicht genommen. Der jetzt zu vergebende Posten: Generaldirektor bei der Veba. Generaldirektor Heinz Kemper, so heißt es, wird in den Veba-Aufsichtsrat wechseln. Der Beamte im Gespräch ist Ministerialdirektor Dr. Werner Lamby.