Für 1969 legt N. V. Philips’ Gloeilampenfabrieken, Eindhoven, wieder einen glanzvollen Abschluß vor. Mit einem Gewinn je Stammaktie (10 holländische Gulden Nennwert) von 4,1 (4,0) Gulden wird eine Höhe erreicht, wie seit 1961 nicht mehr. Damals betrug der Gewinn je Aktie noch 4,22 und 1960 sogar 5,54 Gulden. Der Philips-Aktionär hat jedoch von den dazwischen liegenden mageren Jahren – was die Ausschüttungen angeht – nichts gemerkt. Die Gewinnschwankungen wurden in der Rücklagenbildung aufgefangen. 1961 wurden 55 Prozent des Reingewinns in die Reserven gestellt, 1966 und 1967 waren es nur 36 Prozent, inzwischen ist dieser Satz auf 49 Prozent angestiegen. Die Dividende kletterte von 1,60 Gulden im Jahre 1960 auf 1,90 Gulden im Jahre 1969, was jedoch kein richtiges Bild gibt, weil sehr häufig Gratisaktien verteilt worden sind, die sich für den Aktionär in bezug auf die Rendite seiner Anlage günstig ausgewirkt haben.

Ein Beweis innerer Stärke ist die Tatsache, daß im Geschäftsjahr 1969 für die Entwicklung des Computer-Programms 100 Millionen Gulden zu Lasten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung voll abgeschrieben worden sind. Wäre dieser Posten voll aktiviert worden, so hätte der Reingewinn unter Berücksichtigung der Steuern um rund 10 Prozent höher gelegen. Für Forschung und Entwicklung gab Philips rund 910 Millionen Gulden aus, das sind wieder 7 Prozent des Umsatzes (13 Milliarden).

Wenn der Aktionär dennoch keine rechte Freude an seinen Papieren hat, so liegt dies an der Kursentwicklung der Philips-Aktien. Trotz steigender Ausschüttungen und trotz gelegentlicher Stock-Dividenden ist der Philips-Kurs in den letzten Jahren echt zurückgegangen. Sein höchster Stand lag im vergangenen Jahr bei 81 Mark, jetzt liegt er nur noch bei 65 Mark je Stück.

Die Verwaltung selbst sieht den Grund für diese unbefriedigende Entwicklung in dem ständigen Rückfluß von Philips-Aktien aus den USA. Von dort aus werden sie gelegentlich in großen Paketen angeboten. Sie müssen im wesentlichen von niederländischen Kapitalanlegern aufgenommen werden, bei denen jetzt 47 Prozent des Aktienkapitals von etwas über 1 Milliarden Gulden liegen dürften. Auf die Dauer wird sich der holländische Kapitalmarkt diesem Angebotsdruck als nicht gewachsen erweisen. Wenn es deshalb nicht gelingt, neue Philips-Aktionäre außerhalb der Niederlande zu gewinnen, wird der Philips-Kurs trotz der glänzenden Geschäftsentwicklung des Konzerns nur sehr schwer steigen können. kw