Das typische Aprilwetter hat auch vor den Portalen der Börse nicht haltgemacht. Von sinkenden Zinsen – noch vor kurzem wirkte die Hoffnung auf einen von den USA ausgehenden Zinsrückgang wie wärmende Sonnenstrahlen – spricht kaum noch jemand. Aktuell bedeutet dies für die Börse: Die Gelder der großen institutionellen Anleger wandern weiter am Aktienmarkt vorbei in andere Kanäle. Auch die Privatkundschaft sieht noch nicht ein, warum man jetzt schon Aktien kaufen soll, wo doch die Banken für Ein- und Dreimonatsgelder immer noch extrem hohe Zinssätze von neun bis neuneinhalb Prozent bieten.

So bröckeln denn die Kurse am Aktienmarkt auf breiter Front leicht ab. Selbst die Nachricht, daß die Deutsche Bank im Jubiläumsjahr 25 Prozent an die Aktionäre ausschüttet, konnte niemanden begeistern, so daß der Deutsche-Bank-Kurs selbst nach Bekanntgabe des Ausschüttungssatzes nachgab.

Einige Unruhe gab es während der letzten Tage um Audi/NSU. Das Volkswagenwerk hat Aufkäufe von Aktien seiner Tochtergesellschaft dementiert. Aber gleichzeitig überraschten die Wolfsburger mit der Nachricht, daß sie über mehr als 75 Prozent der Stimmen bei dem Unternehmen verfügen. Hat VW während der letzten Monate doch Audi-Aktien am freien Markt gekauft oder wurden die Aktien von der Dresdner Bank übernommen? Oder heißt das nur, daß Wolfsburg über die Stimmenmehrheit verfügt, zu der ihr Banken mit dem Depotstimmrecht verhelfen? In der Erklärung des Volkswagenwerkes sieht die Börse eine Abwehrmaßnahme gegen Spekulationsmanöver einer ausländischen Aktionärsgruppe. P. W.