Von Peter Grubbe

Flugplatz München-Riem. Die Lufthansa-Maschine nach Daressalam rollt an die Startbahn. In ihr sitzt neben anderen Passagieren Erhard Eppler, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, mit zwei Referenten und sechs Journalisten. Eppler besucht Tansania, Kenia und Uganda, die drei Länder der Ostafrikanischen Gemeinschaft, die zusammen etwa siebenmal so groß sind wie die Bundesrepublik, etwa 32 Millionen Einwohner zählen, und deren Länder von Bonn bisher fast 300 Millionen Mark an Entwicklungshilfe erhielten.

Kenia – elf Millionen Einwohner, doppelt so groß wie die Bundesrepublik – ist von den drei Ländern, die wir besuchen, in der Bundesrepublik noch am besten bekannt. Präsident Jomo Kenyatta sorgte als angeblicher Mau-Mau-Führer schon vor fünfzehn Jahren für eine, damals allerdings negative, Publizität; heute ist er Afrikas „großer alter Mann“. Und Kenias Sandstrände am Indischen Ozean werden bei den deutschen Touristen ständig populärer.

Politisch gilt Kenia als zuverlässig prowestlich. Im Gegensatz zum benachbarten Tansania hat Nairobi mit der DDR nicht einmal geflirtet. Den Oppositionschef Oginga Odinga brachte schon das Gerücht rotchinesischer Finanzhilfe ins Gefängnis, seine Partei wurde aufgelöst. Zwar schwelt innerpolitisch unter der friedlichen Oberfläche eine gefährliche Rivalität zwischen den beiden größten Stämmen des Landes, aber die Persönlichkeit des 78jährigen Kenyatta, der eine Art nationales Symbol ist, verhindert einen offenen Konflikt.

Auf Grund der Sympathie, die es im Westen genießt, ist Kenia an großzügige Entwicklungshilfe gewöhnt. Als Eppler eintrifft, präsentieren ihm seine kenianischen Kollegen eine Vielzahl von Wünschen, darunter:

Organisation und Entwicklung eines der vierzehn landwirtschaftlichen Distrikte des Landes;

Errichtung eines Handwerkerausbildungszentrums für 3000 bis 4000 Lehrlinge im Jahr;