Ein magischer Name und amerikanisches Geld – diese Mischung verspricht Erfolg für die englische Automobilfirma Jensen.

Donald Healey, der heute 72jährige ehemalige Rallyefahrer und Konstrukteur, hat in der Welt der schnellen Flitzer einen großen Namen. In Zukunft wird sein Glanz wieder auf Jensen Motors fallen, einen der vielen kleinen britischen Automobilhersteller.

Schon einmal war Healey eng mit Jensen verbunden. Jahrelang baute die Firma in West Bromwich in Lizenz sein bisher berühmtestes Fahrzeug, den 3-Liter-„Austin-Healey“. Diese Ehe zerbrach dann 1967, als Austin bei der großen Flurbereinigung mit anderen Firmen zur British Leyland Motor Corporation verschmolzen wurde.

Healey selbst zog sich mit seinem Sohn in die eigene Werkstätte zurück. Für Jensen schien das Ende nahe. Die 150 Sportwagen nämlich, die pro Woche von den Fließbändern rollten, brachten gerade so viel Gewinn, daß das verlustreiche „Hobby“, die wöchentliche manuelle Fertigung von drei „Jensen CV 8“, finanziert werden konnte.

Doch Jensen sollte weiterfahren. William Brandt’s Londoner Bank übernahm das Unternehmen und engagierte den in München lebenden Carl Duerr als „Firmendoktor“.

Innerhalb von zwei Jahren hatten dessen Heilungsmethoden Erfolg. Man baute nur noch Luxuswagen: Aus dem CV 8 wurde der – noch immer in alter Tradition handgebaute – „Interceptor“, als Exklusivmodell der „Jensen FF“ mit dem vorher erst in Rennwagen erprobten Vierradantrieb. Sportliches Styling und sportliche Fahreigenschaften machten die mit einem großen Chrysler-Motor bestückten Luxuskarossen zu einem begehrten Statussymbol für all jene reichen Leute, die keinen „gewöhnlichen“ Aston-Martin fahren wollen und für den standesgemäßen Rolls-Royce „noch zu jung“ sind.

Mit um 25 Prozent verringerter Belegschaft und trotz exorbitanter Preise von 5800 Pfund für das „Standard“-Modell und 7700 Pfund für den von allen vier Rädern angetriebenen „FF“ stieg die Produktion auf 15 Jet-Set-Karossen pro Woche. Jensen war aus der Verlustzone heraus.