Wie schnell ändern sich die Zeiten. Noch im vergangenen Monat zählten die Fonds zu den widerstandsfähigsten, die sich entweder auf ausländische Aktien oder auf festverzinsliche Wertpapiere stützen. Dagegen zählten alle diejenigen Investmentfonds im Februar zu den Verlierern, die in ihrem Portefeuille vornehmlich deutsche Aktien haben.

Im März hat sich die Entwicklung genau umgekehrt. Unsere vollständige Aufstellung deutscher Investmentfonds zeigt, daß die Baisse der Rentenpapiere naturgemäß auch alle Rentenfonds in Mitleidenschaft gezogen haben. Die Minuszeichen vor der Angabe der Veränderung der Rücknahmepreise der Zertifikate dieser Fonds, die fast durchweg um ein Prozent oder mehr fielen, zeigt an, daß den Kursverlusten auf breiter Front kein Anlagedisponent gewachsen war. Selbst der Internationale Rentenfonds, dessen Portefeuille breit gestreut ist, zeigt einen Rückgang des Rücknahmepreises um 0,9 Prozent. Der junge Hansa-Renta-Fonds schnitt mit ± 0 noch am besten ab, weil hier angesichts der hohen Zinsen für kurzfristiges Geld ein großer Teil des Fondsvermögens in flüssigen Mitteln gehalten und ausgeliehen wird.

Freundlicher sah es dagegen für die Fonds aus, die sich vornehmlich auf Aktien stützen. Der zweite Versuch des Berufshandels nach der Diskonerhöhung, aus der „Talsohle“ der Kurse herauszukommen, brachte eine leicht nach oben gerichtete Kurstendenz, die sich auch auf die Verkaufs- und Rücknahmepreise der Aktienfonds auswirkte. Da aber das Publikum auch diesmal nicht mitzog, ist es mehr als fraglich, ob sich die freundliche Tendenz halten kann. Jedenfalls haben sich die Anlageberater angesichts der weiterhin angespannten Liquiditätslage noch nicht entschließen können, deutsche Aktien zum Kauf zu empfehlen. Solange sich am Geldmarkt keine Entspannung zeigt, ist auf eine grundlegende Tendenzwende noch nicht zu hoffen.

Ganz offensichtlich ist das Bäumlein-wechseldich-Spiel noch nicht zu Ende. So wenig hoffnungsfroh die Aussichten auf dem Aktienmarkt sind, so sehr hat sich die Einstellung des Börsenpublikums gegenüber den Rentenpapieren geändert. Im laufenden Monat zogen die Rentenkurse wieder auf breiter Front an, so daß – wenn nicht alles täuscht – in der Tabelle für den Monat April die Fonds mit festverzinslichen Wertpapieren wieder ein freundlicheres Bild zeigen werden als im März. D. Z.