Es scheint so eine spezifisch deutsche Art zu sein, daß man ausgerechnet dann „kleckert“, wenn man „klotzen“ sollte. Gemeint ist das Gerangel um den deutschen Entwicklungsbeitrag an die Internationale Entwicklungsorganisation IDA, an der die großen Industrienationen der westlichen Welt beteiligt sind. Jedes Mitgliedsland sollte eine Milliarde Mark einzahlen. Während von überall Zusagen kamen, mäkeln nur Bonn und Paris an der Höhe des Beitrags dieser multilateralen Hilfe herum. Entwicklungsminister Eppler wäre bereit, doch Schiller, Möller und Scheel sind davon wenig erbaut.

Entwicklungshilfe wird eben immer noch eher unter wirtschaftlichen, fiskalischen und außenpolitischen Gesichtspunkten gesehen. In anderen Worten: Mit Geld wird Politik gemacht, was, bösartig gesprochen, einer Erpressung oft nahekommt. Doch entschließt man sich schon, Entwicklungshilfe zu geben, sollte man sie verstärkt über multilaterale Einrichtungen verteilen. Sie wäre dann nämlich weitaus freier von politischen Überlegungen bilateraler Natur. Und bilaterale Beziehungen können sich angesichts der unstabilen Lage in vielen Entwicklungsländern von heute auf morgen ändern.

Aber es sieht fast so aus, als kleckere man hierzulande nur deshalb so gern bilateral, damit irgendwann ein deutscher Botschafter mit stolzer Geste eine Tafel enthüllen darf, auf der dann so recht national zu lesen ist: „Hier baute die Bundesrepublik Deutschland.“ hff