Wilhelmshaven

Horst Weiland ist ein recht geschäftstüchtiger Mann. Er handelt in Sachen Terror. Im gemütlichen Universitätsstädtchen Marburg versammelte er kürzlich seine Jünger zu einem „1. Europa-Lehrgang im Terrorkampf“. Er selbst gibt sich als Cheftrainer aus und betreibt in Wilhelmshaven eine entsprechende Schule, in der man lernen kann, wie man in einer Welt der Gangster und Schläger überleben kann.

„Der Terrorkampf ist keine Sportart, sondern ist ein zweckgebundenes Angriffs- und Verteidigungssystem. Es wurde von mir vor fünf Jahren entwickelt“, erläutert der Cheftrainer, und er fährt fort: „Der Terrorkampf ist eine zweckgebundene Methodik, aufgebaut auf ein Schlag- und Reißsystem der Handkrallen.“ Mit anderen Worten, die Fingernägel spielen die Hauptrolle. Das Grundprinzip des „Terrors“ ist eine Lähmung des gegnerischen Nervensystems. Angriffsflächen sind in erster Linie Gesicht, Hals, Ohren und Nase. Mit den herkömmlichen Selbstverteidigungsarten wie Jiu-Jitsu, Judo und Karate hat diese Nichtsportart nicht mehr viel gemein, auch wenn angeblich nach sportlichen Regeln Weilands Terrorsystem gespielt wird. Da das alles nicht ungefährlich ist, wird in schwarzen Lederhandschuhen geübt.

Eigentlich erübrigt sich die Frage nach der Herkunft des Terrorkampfes. Ein Jünger Weilands, Grundschullehrer von Beruf, berichtet stolz: „Als echte Verteidigung ist der Terrorkampf in Indochina entstanden. Er wird heute im Vietnam-Krieg von beiden Seiten angegewandt.

Und damit der deutsche Terrorkampf auch schön rein und sauber bleibt – es gibt in der Bundesrepublik schon 2000 aktive „Terroristen“ – muß der Schüler dieses edlen Spiels (erst vom 18. Lebensjahr an) ein polizeiliches Führungszeugnis beibringen. Bereits die geringste Vorstrafe reicht aus, ihn aus der Gilde der Terrorkämpfer auszuschließen. Herr Weiland legt auf einwandfreie Menschen großen Wert. v. k.