Heinz Haller, 56, Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Zürich, hat sich in diesen Tagen an die Arbeit gemacht, das ebenso komplizierte wie erneuerungsbedürftige Steuersystem der Bundesrepublik zu reformieren. Der Schweizer Ordinarius hat sich dem Bundesfinanzministerium bis 1972 als Staatssekretär auf Zeit zur Verfügung gestellt. Haller, der als progressiver Liberaler gilt, ist Verfechter einer höheren Steuerprogression bei Großverdienern und will das Trinken und Rauchen stärker besteuern. Der neue Staatssekretär ist Abstinenzler.

Rolf Rodenstock, Vorsitzender des Deutschen Industrieinstitutes, das mit großem Nachdruck die Interessen der Industrie verficht, verriet intime Kenntnisse über die Taktik, gesellschaftspolitische Fragen zu neutralisieren. Er schlug vor, das Problem der Vermögensverteilung in der Bundesrepublik erst anzugehen, nachdem verschiedene „Grundsatzfragen“ geklärt seien. Die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses – bewährtes Mittel zur Verschleppung von Gesetzesinitiativen – verlangte der Industrie-Lobbyist bislang allerdings noch nicht.

Adolf Schmidt, Vorsitzender der IG Bergbau, gab sich in einem Interview mit dem Westdeutschen Rundfunk betont autoritätsgläubig. Wilde Streiks will er in Zukunft durch „fleißige“ Bemühungen vermeiden, „das Vertrauen der Arbeitnehmer in die Autoritäten wiederherzustellen“. Zur Frage der Kohlepreissteigerungen erklärte der Bergbau-Chef wider alle Abmachungen der konzertierten Aktion: „Das Problem der Preissteigerungen sollte man nicht so sehr dramatisieren.“

Carlo Schmid, Professor und Bundestagsvizepräsident, sieht seine Bemühungen um ein Dienstfahrzeug endlich von Erfolg gekrönt. Nachdem er schon – vergeblich – versucht hatte, sich die Nebentätigkeit als „Koordinator für die deutsch-französische Zusammenarbeit“ mit einem Behördenwagen honorieren zu lassen, erhielt er jetzt endlich von den Haushaltsexperten des Bundestages eine Staatskarosse zugesprochen. Er muß die Vorzüge einer eigenen Dienstlimousine allerdings teilen – mit den anderen Vizepräsidenten-Kollegen des Bonner Parlaments.

Hildegard Knef, Filmschauspielerin („Die Sünderin“) und bekannteste Chansonette deutscher Zunge, hat sich aufs Bücherschreiben verlegt. Auf einem Manuskript von 500 Seiten hat sie positive und negative Erfahrungen mit Film-Bossen, Regisseuren und Schauspielern preisgegeben – was die internationale Show-Business-Society allerdings erheblich beunruhigt: Die Sängerin ist wegen ihrer Offenheit bekannt.