Nach dem japanischen Publikumsgeschmack wie nach meinem höchst persönlichen, höchst subjektiven Urteil rangiert der Expo-Pavillon der Bundesrepublik, mag er im Vergleich vielleicht noch gar nicht einmal sooo schlecht abschneiden, weit hinten unter ferner ferner liefen.

Erster im Ziel ist, vor dem amerikanischen, der sowjetische Pavillon.

Obwohl die Amerikaner mit ihrem Mondgestein das attraktivste Exponat haben und obwohl ihnen die Sympathien aller einigermaßen prosperitätsfreudigen Japaner gewiß sind, vom „Establishment“ nicht zu reden, sind sie doch deutlich nur zweite geworden – knapp geschlagen, so wie sie ihrerseits in Montreal die Russen knapp geschlagen hatten.

Das liegt wohl vor allem am „Understatement“ ihres Pavillons. Der ist, noch totaler als der deutsche, in die Erde verbuddelt. Falls es demnächst ein japanisches Erdbeben gibt, wird sich das auszahlen. Aber bis dahin bewundern die Japaner jene Fremden, jene „gaijin“, gar nicht so sehr, die erdbebensicher bauen, während sie selber sich mit kühnen Konstruktionen in die Höhe des Risikos wagen.

Attraktiv wird der US-Pavillon erst aus allernächster Nähe, wenn man das größte, „durch Luft gestützte“, vulgo: aufgeblasene Dach der Welt bewundern kann. Das hat schon einen Pfiff – nur, der Pfiff dringt nicht so weit.

Und weiter Expo-Kritik in Kürze und Rangliste (und rein subjektiv):

Auf Platz Nummer 3 steht Japan mit Regierungspavillon und Sonnenturm. Dieser Sonnenturm allein und sein Macher, Taro Okamoto, wären einer längeren Betrachtung wert. Diese Sonne sei gar nicht „japanisch“, wurde Okamoto vorgeworfen, er sei wohl zu lange in Mexiko gewesen. Die Kunst hat es schwer heute in Japan. Aber wo nicht?