Zum Ruhme der EWG und zur Freude aller Beteiligten funktioniert das Visitenkarte Spektakel“ – die EWG-Visitenkarte im Gemeinschaftspavillon auf der Expo in Osaka – ausgezeichnet. Doch weil der Ruhm geteilt werden soll, ist die Freude nicht mehr ungetrübt.

Den niederländischen EWG-Parlamentarier Adrian Oele ließ der geteilte Ruhm keine Ruhe: „Wird der EWG-Pavillon von großen Unternehmen zu Reklamezwecken mißbraucht?“ Gebraucht wird er für solche Zwecke auf alle Fälle: „Schauplatz Osaka – BASF in Audio-Vision“, so interpretieren die rührigen deutschen Chemiefabrikanten das EWG-Spektakel in halbseitigen Zeitungsanzeigen.

Doch nicht nur im EWG-Pavillon ist die BASF vertreten, auch in der Filmschau des deutschen Pavillons stellt sie sich vor: „mit filmischen Impressionen aus ihrer Tonbandherstellung“, so der Anzeigentext. Ein kleiner Unterschied zum EWG-Film besteht allerdings: Das Firmenzeichen BASF wird bei den Deutschen nicht ins Bild gerückt.

Über die EWG-Schau aber heißt es bei BASF: „Selbstverständlich ist da der Firmenname mal drin.“ Der „Industriekurier“ interpretierte unnachsichtig: „Schleichwerbung im EWG-Pavillon.“

Wenn man es so sieht, dann wird im Namen und natürlich auf Rechnung der EWG in Osaka einiges an Schleichwerbung geboten. Denn der deutsche Hersteller des Spektakels, die Univox GmbH, München, war auf gerechte Behandlung der Industrie bedacht. Hans-Joachim Schoeppe, der Leiter des Projektes: „Wir haben versucht auszugleichen, denn es ist ja eine europäische Sache.“

Das Material für den Industrieteil (Dauer: 2 Minuten 20 Sekunden) des Films „Die Geburt Europas“ besorgten sich die Produzenten zum großen Teil bei der Industrie. Die ins Bild gesetzte europäische Auswahl: Citroën, Olivetti, Philips und BASF.

Zudem wurde ein aufwendiges Informationsheft – mit einem Vorwort von Rudolf Dumont du Voitel, Chef der EWG-Abteilung „Radio-TV-Cinema“ – mit zwei klassischen PR-Beiträgen (jeweils auf einer Seite und in drei Sprachen) angereichert. Die BASF wurde wiederum bedient – mit einem Beitrag über ihre Magnetbandentwicklung.