ARD, Mittwoch, 8. April: „Die Spiegel-Story“

Der Herausgeber mißt einsneunundsechzig. Der Verlagsdirektor mag das Händeschütteln nicht leiden.

Wenn der Chefredakteur einen Artikel diktiert, pflegt er die Kameramänner zu sich ins Zimmer zu bitten. Danach lehnt er sich im Sessel zurück und ringt mit einer Inbrunst um Worte, daß selbst die Kabel träger begreifen: Es gehört viel Kühnheit dazu, ein Komma zu setzen. Der Schlußredakteur ist nach getaner Arbeit immer um Wochen gealtert. (Jeden Freitag aufs neue.)

Konferenzen in kleinerem Rahmen, bei denen lediglich die Gestandenen sitzen, heißen Stehkonferenzen.

Bei Zusammenkünften in größerem Kreis wird die Anwesenheit des abwesenden Herausgebers durch einen leeren Stuhl angezeigt. (Vergleichbar dem Hut des Landvogts bei Schiller.)

Früher kamen die leitenden Herren mit dem Fahrrad in die Redaktion, heute fahren sie Autos.

Heute gibt es für die Belegschaft ein Schwimmbad im Hause.