Zum erstenmal sei; dem Juni-Krieg von 1967 haben die Vereinigten Staaten und Ägypten wieder offizielle Gespräche geführt: Der für den Nahen Osten zuständige Staatssekretär im amerikanischen Außenministerium, Joseph Sisco, traf am Wochenende zu einer über zwei Stunden dauernden Unterredung mit Staatspräsident Nasser zusammen. Über das Ergebnis des Gespräches wurde nichts bekannt.

Sisco hatte zuvor den ägyptischen Außenminister Riad gesprochen. Riad unterstrich dabei, daß Ägypten auf der Verwirklichung der Nahost-Resolution des Weltsicherheitsrates vom November 1967 bestehe, in der Israel zum Rückzug aus den besetzten arabischen Gebieten aufgefordert wird und in der die Araber Israel freie Schiffahrt durch internationale Gewässer garantieren sollen. Der amerikanische Staatssekretär hatte bei seiner Ankunft in Kairo erklärt, daß auch Washington an der Resolution des Weltsicherheitsrates festhalte.

Von Kairo aus begib sich Staatssekretär Sisco nach Tel Aviv. Er wird anschließend noch Gespräche mit den Regierungen in Jordanien und im Libanon führen.

Die Reise Siscos steht unter dem Eindruck eines verstärkten Propagandakrieges zwischen Ägypten und Israel. Kairo warf der israelischen Luftwaffe vor, bei einem Angriff auf eine Schule in der Ortschaft Salahia 30 Kinder getötet zu haben. Die Ägypter haben sich wegen der Bombardierung an den Weltsicherheitsrat gewandt. Ausländischen Journalisten erlaubte die ägyptische Regierung jedoch nicht, das bombardierte Dorf zu besichtigen, weil es „zu weit entfernt und die Straße zu schlecht“ sei. In Tel Aviv wurden Photos gezeigt, die vor und nach den Luftangriffen gemacht wurden. Die Bilder wiesen die Ziele in Salahia als militärische Anlagen aus.