Mit großer Sorge verfolgt die Weltöffentlichkeit die Rückkehr des amerikanischen Raumschiffes Apollo 13, das auf dem Weg zum Mond durch einen Defekt im Kommandoteil in Raumnot geraten ist. Ein möglicherweise von einem Meteoriteneinschlag verursachtes Leck in einem Sauerstofftank, aus dem die drei Astronauten James Lovell, Fred Haise und John Swigert elektrische Energie, Atem-Sauerstoff und – als Abfallprodukt aus der Kaltverbrennung von Wasserstoff – Wasser bezogen, machte das Mutterschiff fluguntüchtig und brachte die Raumfahrer in Lebensgefahr.

Der stellvertretende Direktor des Raumfahrtzentrums in Houston, Christopher Kraft, sprach von der bisher kritischsten Situation in der Geschichte der bemannten amerikanischen Raumflüge. Die Mondlandung wurde abgesagt. Die Astronauten erhielten Anweisung, die an das Mutterschiff angekoppelte Mondlandefähre „Aquarius“ mit ihrer intakten Energieanlage als „Rettungsboot“ zu benutzen.

Apollo 13 wird, wenn der Rückflug nicht noch wesentlich beschleunigt werden sollte, voraussichtlich am Freitagabend gegen 19 Uhr (MEZ) im südlichen Pazifik notlanden. Eine Notlandung im Atlantik ist ebenfalls erwogen worden. Sowohl Frankreich als auch Großbritannien haben den Vereinigten Staaten ihre Kriegsflotte für die Bergungsoperation zur Verfügung gestellt.

Das Haupttriebwerk der Kommandokapsel verfügt zwar noch über reichlich Treibstoff, nicht aber über die notwendige elektrische Energie zur Zündung. Wäre es nach der Mondlandung zum Ausfall der Energieversorgung an Bord des Mutterschiffes gekommen, hätte keine Rettungsmöglichkeit für die Astronauten mehr bestanden, weil ihnen dann der Antrieb der Landefähre nicht mehr zur Verfügung gestanden hätte. Weder die Vereinigten Staaten noch die Sowjetunion haben zur Zeit die Möglichkeit, schiffbrüchigen Raumfahrern zu Hilfe zu kommen.

Das Unglück brach am Dienstagmorgen um 3.15 Uhr (MEZ) über die drei Mondfahrer herein. Eine Warnlampe zeigte zunächst Störungen in der elektrischen Energieversorgung. Aus einem der drei Sauerstoff-Druckbehälter strömte der Inhalt ins Weltall und versetzte das Raumfahrzeug in eine Schlingerbewegung, die nur mühsam wieder unter Kontrolle gebracht werden konnte. Schließlich fielen alle drei Zellen des Energiesystems aus, in dem Wasserstoff mit Sauerstoff elektrische Energie und Wasser erzeugt. Den Astronauten blieben nach Angaben der Flugleitung nur noch 15 Minuten Zeit, die Luken zur angekoppelten Landefähre zu öffnen und deren Energie- und Sauerstoffversorgung in Betrieb zu nehmen.

Die Astronauten blieben ruhig und gefaßt, während sie alle notwendigen Maßnahmen zu ihrer eigenen Lebensrettung ergriffen, ihr zum Teil fluguntüchtiges Raumschiff stabilisierten und das kritische Manöver zur Korrektur ihrer Flugbahn ausführten.

Die Verantwortlichen in der Flugleitung in Houston sind zuversichtlich, daß die Astronauten glücklich heimkehren werden, falls das „Rettungsboot“, die Mondfähre „Aquarius“, zuverlässig arbeitet. Eine äußerst kritische Phase des abgebrochenen Unternehmens beginnt kurz vor dem Eintauchen des Raumschiffes in die Erdatmosphäre.