Die Bestätigung gemeinsamer Interessen und ein gestärktes Vertrauensverhältnis zwischen der Bundesrepublik und den USA nannte Bundeskanzler Brandt nach der Rückkehr aus den Vereinigten Staaten als die wichtigsten Ergebnisse seiner Gespräche mit Präsident Nixon. Wie es heißt, wurden bei den Unterredungen zwischen Brandt und Nixon vor allem zwei wesentliche Anliegen der Bundesregierung erfüllt:

Erstens wurde das ostpolitische Konzept Brandts vom amerikanischen Präsidenten erneut und ausdrücklich gutgeheißen;

zweitens wurde von amerikanischer Seite bekräftigt, daß man eine ausreichende militärische Präsenz der USA in Europa für unerläßlich halte. Eine einschneidende Reduzierung der amerikanischen Truppen ist danach kaum zu erwarten, wenn eine angemessene Verteilung der Kosten gefunden werden kann.

Übereinstimmung erzielten der Bundeskanzler und der Präsident auch in der Frage des künftigen Verhältnisses zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Die beiden Staatsmänner waren sich darin einig, daß der freie Warenverkehr über den Atlantik hinweg für beide Kontinente lebenswichtig sei. Brandt versicherte Nixon, die Bundesregierung werde sich dafür einsetzen, daß keine neuen Handelsschranken errichtet, sondern die bestehenden vermindert würden.

Auf einer gemeinsamen „kleinen deutsch-amerikanischen Kabinettssitzung“, wie Staatssekretär Ahlers die abschließende Verhandlungsrunde im Weißen Haus nannte, umriß Nixon das Ergebnis der Gespräche mit der Feststellung, daß die Bundesrepublik einen lebenswichtigen Platz im Rahmen der amerikanischen Politik habe.

Während seines Aufenthaltes in Washington hatte der Bundeskanzler auch ein Gespräch mit Mitgliedern des Außenpolitischen Ausschusses des Senats über „weltpolitische Fragen’. Der Vorsitzende des Ausschusses, Fulbright, lobte danach den Kanzler: „Wir haben von ihm in wenigen Minuten freimütiger Diskussion mehr nützliche Informationen über Ost-West-Fragen erhalten, als wir von unseren eigenen Außenministern für gewöhnlich in Monaten bekommen.“

Die CDU hat mit „verhaltener Skepsis“ auf die USA-Reise des Kanzlers reagiert. Ein Sprecher der Union bemängelte, daß die Öffentlichkeit so gut wie nichts über den Inhalt der Washingtoner Verhandlungen erfahren habe.