Wir glauben, daß die Übernahmegerüchte (an der Börse sprach man von BASF und AEG) weitgehend das Werk von Spekulanten sind.“ Dr. Johannes Wucherer, Vorstandsvorsitzender der Linde AG, Wiesbaden, stellte diesen schon seit einiger Zeit kursierenden Versionen gegenüber, daß die Gesellschaft sich heute stark genug fühle, die Sparten, in denen sie tätig ist, selbst erfolgreich zu betreiben und auszubauen.

Grundlos sind die Spekulationen allerdings auch nicht. Die Verwaltung schließt nämlich nicht aus, daß sie auf dem einen oder anderen Gebiet Kooperationen anstrebt. Ein Argument – gegen eine Fusion mit einem Großunternehmen ist allerdings, daß es keinen Partner gibt, der an den Arbeitsgebieten von Linde unmittelbar interessiert wäre. Und: Der Erwerb einer Mehrheit des breitgestreuten Kapitals durch ein Übernahmeangebot an die Aktionäre (rund 17 500), das noch über dem Börsenkurs (343 für die 50-Mark-Aktie) liegen müßte, wäre selbst unter Ausnutzung des Schachtelprivilegs vom Standpunkt der Rendite aus uninteressant!

Die ohne Vorbehalt gewährte Dividende von 17 Prozent für 1969 (i. V. 15 plus 2 Prozent Bonus) zeigt bei einem Konzernumsatz von 727 (678) Millionen Mark eine echte Verbesserung des Ergebnisses (Gewinn pro 50-Mark-Aktie 15 gegen 13,50 Mark i. V.). Von den insgesamt 25 Millionen Mark genehmigten Kapitals sind im Februar 1970 zehn Millionen Mark an die Aktionäre im Verhältnis 13:2 zum Bezugskurs von 125 Mark für die 50-Mark-Aktie angeboten und glatt aufgenommen worden. Sie dienen: zur Finanzierung der Sachanlageinvestitionen, die 1970 rund 75 (55,2) Millionen Mark ausmachen werden. Die restlichen 15 Millionen sind offensichtlich für „eine gezielte Kooperationspolitik“ reserviert. pgk