Nach einer Periode längeren Schweigens über die Gründe, die für den Zusammenbruch der Aktien von IOS Ltd. und IOS Management verantwortlich sind, sind die IOS-Herren in Genf und in der Bundesrepublik plötzlich redselig geworden. Doch glaubhafte Argumente hatte man bislang nicht anzubieten. Wenn man in Genf von einer konzertierten Aktion der Banken gegen IOS spricht, so ist dies kaum mehr als hilfloses Gestammel. Hier geht es vielmehr um eine echte Vertrauenskrise, mit der die Genfer Investment-Herren noch eine lange Zeit zu leben haben werden.

Abgaben des Investors Fonds (deutscher IOS-Fonds) auf dem deutschen Aktienmarkt ließen Gerüchte über Notverkäufe entstehen. Dabei soll es sich jedoch nur um normale Umschichtungen gehandelt haben. Daß sich in Zeiten derartiger Ungewißheit der Berufshandel mit Meinungskäufen zurückhält, ist verständlich.

Als Signal zur Vorsicht wurde die überraschende Kapitalzusammenlegung bei der Schiess AG, Düsseldorf, aufgenommen. Das Unternehmen hat in dem glänzenden Boomjahr 1969 einen empfindlichen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Dieser Fall zeigt, welche üblen Überraschungen selbst in der Hochkonjunktur möglich sind.

Zu denken gibt auch die Dividendenlosigkeit bei der Hussel AG. Für 1968 waren noch 12, für 1967 sogar 18 Prozent Dividende ausgeschüttet worden. So rapide kann sich ein Unternehmen verschlechtern... K. W.