Viele Mieter müssen in einen, sauren Apfel beißen. Ihre Hausbesitzer setzen die Mieten kräftig herauf. Die Finanzierungshelfer, die Sparkassen, haben nach der letzten Diskonterhöhung der Bundesbank die Hypothekenzinsen heraufgesetzt, weil sie selbst ihren Kunden für die Einlagen höhere Zinsen zahlen müssen. Abgesehen davon, daß die Begründung „Kostenerhöhung nach Inkrafttreten der Mietverträge“ die zur Kasse gebetenen Mieter überrascht, weil sie unter anzurechnenden Kosten Wassergeld, Müllabfuhr oder Schornsteinreinigung verstanden, ist gegen die Mieterhöhung wohl kaum etwas zu unternehmen.

Diese Verteuerung der Lebenshaltungskosten, die angesichts der ohnehin kräftig ins Kraut schießenden Preiserhöhungen gerade vielköpfige Familien mit entsprechendem Wohnraum hart treffen muß, ist die Quittung für die Tatenlosigkeit der Bundesregierung. Sie überläßt die Bekämpfung der überhitzten Konjunktur der Deutschen Bundesbank, der nichts anderes übrigbleibt, als kräftig auf die grob und undifferenziert wirkende Kreditbremse zu treten. In Bonn aber bleibt das Stabilitätsgesetz in der Schublade.

Der Schaden ist nur noch zu reparieren, wenn die Bundesbank die Möglichkeit erhält, so schnell wie möglich wieder von dem hohen Diskontsatz herunterzukommen. Denn dann wollen die Hausbesitzer, so versprechen sie es jedenfalls, die heraufgesetzte Miete wieder senken. Hoffentlich denken sie auch noch an dieses Versprechen, wenn es soweit ist. mh