Begleitet von weiteren anti-amerikanischen Demonstrationen hat der Leiter der Nahost-Abteilung im amerikanischen Außenministerium, Joseph Sisco, am Wochenende seine an Zwischenfällen reiche Nahostreise beendet.

Wegen des geplanten Besuches von Sisco in Amman war es in der jordanischen Hauptstadt zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Die palästinensischen Guerilla-Bewegungen hatten zu einem Generalstreik gegen die Einreise Siscos aufgerufen. In großen Demonstrationen wurde gegen die amerikanische Nahost-Politik protestiert. Sisco sagte daraufhin seine Reise nach Jordanien ab. Der jordanische Außenminister Rifai bezeichnete die Absage als „ungerechtfertigt“, und erklärte, die Behörden seines Landes hätten ausreichende Maßnahmen zum Schutz des amerikanischen Besuchers getroffen. Weil der amerikanische Botschafter in Amman, Harrison Symmes, Sisco vom Besuch Jordaniens abriet, forderte ihn die jordanische Regierung zum Verlassen des Landes auf. Der Botschafter hat Jordanien inzwischen auf Anordnung Washingtons verlassen. In der US-Hauptstadt wurde die Mission des Unterstaatssekretärs, die in erster Linie einer Verbesserung der amerikanisch-arabischen Beziehungen dienen sollte, als gescheitert angesehen.

In einem Zeitungsinterview richtete Präsident Nasser schwere Angriffe gegen die USA und erklärte, auf Grund der amerikanischen Nahost-Vorschläge sei eine friedliche Lösung des Konflikts „völlig ausgeschlossen“. Nasser sagte: „Unsere Antwort auf diese Bedrohung ist, stark genug zu sein und die Feinde im Frieden oder im Krieg zu besiegen.“ Ägypten habe mit Sowjet-Hilfe seine Verteidigung wieder aufgebaut und könne Gegenschläge gegen Israel richten.

Die Sowjets sollen inzwischen weitere 5000 Mann nach Ägypten verlegt haben. Damit befinden sich inzwischen etwa 8000 bis 9000 sowjetische Soldaten in Ägypten. Ein Teil der Truppen soll damit beschäftigt sein, in der Nähe der Hafenstadt Alexandria und um Kairo 15 Basen für die sowjetischen Luftabwehrraketen vom Typ Sam 3 zu bauen.