Psychiaterwitze. Patientin: „Herr Doktor, so küssen Sie mich doch endlich!“ Psychiater: „Wenn ich es mir recht überlege, gnädige Frau, dürfte ich nach den klassischen Gepflogenheiten unserer Disziplin gar nicht neben Ihnen auf der Couch liegen.“ – Patient: „Herr Doktor, es ist schrecklich mit mir. Ich bin in letzter Zeit so furchtbar vergeßlich, kann mir überhaupt nichts mehr merken.“ Psychiater: „Hm. Seit wann haben Sie denn das?“ Patient: „Was?“

Karl Kraus: „Die Psychoanalyse ist die Krankheit, für deren Therapie sie sich hält.“

Charleys Tante: Ein Stück, dessen Komik darauf beruht, daß Männer mit Stachelbeerbeinen in Frauenkleidern irrsinnig komisch sind. Galt besonders zu Zeiten, da die Homosexualität offiziell strafbar war.

Joe Ortons nachgelassenes Stück „Was der Butler sah“ beruht auf der Kombination der beiden oben angeführten Psychiaterwitze mit dem zum Volksgut herabgesickerten Karl-Kraus-Mot über die Psychoanalyse, das Ganze vorgetragen mit einem dauernden Wechselt-das-Kleidchen-Spiel aus Charleys Tante.

Rund dreißig deutschsprachige Bühnen haben das Stück bereits angekündigt. Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg buchte die deutsche Erstaufführung. Doch Regisseur Hans Bauer erkrankte. Köln und Regensburg kamen Hamburg zuvor. Als nächste Bühnen folgen: Düsseldorf, Stuttgart, Bochum, Aachen und Karlsruhe. Ein Schlager der Saison also.

In der Hamburger Aufführung saß in der ersten Reihe auch Boy Gobert vom Thalia-Theater und freute sich. Vielleicht, weil er jetzt eine treffliche Antwort weiß, wenn der Feinsinn über seinen Spielplan die Nase rümpft.

Das Programmheft bildete Orgasmus-Verlaufskurven von Wilhelm Reich ab. Das ist, wie wenn man den „Förster vom Silberwald“ mit einem Aufsatz von Habermas über die studentische Linke illustriert. Irgendwie hängt ja heute alles miteinander zusammen.