Toscana, im April

Der Schlüssel ist bei Mario, hatten die Freunde gesagt. Macht es euch bequem, so lange ihr wollt!

Sie haben ein Haus in der Toscana, wie alle Freunde. Ein altes Haus; und wenn ein Stall aus dem 16. Jahrhundert romantisch sein kann, dann ist es ein sehr romantisches Haus. In Deutschland haben sie auch ein Haus, aber das ist nicht alt und romantisch, sondern modern und komfortabel. Sehr komfortabel. Das bewohnen sie elf Monate im Jahr, doch ihr Herz hängt an dem Haus in der Toscana.

Mario, dem früher hier alles Land und alle Ställe gehörten, nimmt den Schlüssel und bringt uns hin. Ich schlage unter "Allgemeine Redewendungen" nach: Guten Tag! Guten Abend! Stellen Sie mich bitte dem Herrn (der Dame) vor. Darf ich vorstellen, bekannt machen? Sind Sie Herr (Frau, Fräulein)...? Ja, ich bin es. Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen. Gestatten Sie, daß ich mich vorstelle. Wen darf ich melden? Herein! Mit wem habe ich die Ehre zu sprechen? Bitte nehmen Sie Platz!

Das Haus klebt an einem Hang mit schönem Blick auf andere Hänge. Unten im Tal blühen schon Mandeln und Forsythien. Leider sieht man heute nichts wegen der niedrigen Wolken. Es war ein schrecklicher Winter, sagt Mario, viel Schnee, molto, molto. Wem sagt er das.

Machen Sie ein Feuer, rät er, als wir eintreten; Holz ist im Schuppen. Die Heizung, stellt sich heraus, ist zwar eingebaut worden, aber es fehlt noch etwas, der Brenner oder eine Pumpe, non ho capito, parli un po’ piu piano, per favore, jedenfalls nix funktionare. Buona notte!

Wir wecken die Spinnen aus ihrem Winterschlaf und lüften, obwohl es wieder angefangen hat zu regnen. Das Holz ist feucht und qualmt; der Qualm beißt in den Augen und rußt.