Hamburg

An sich fühlte sich das Photomodell Jochen Cornils – Größe 183, Oberweite 103, Augen blau – recht geschmeichelt, daß es dafür ausersehen wurde, für ein Titelbild des Hamburger Stern zu posieren. Photograph Werner Bokelberg machte eine Reihe von Aufnahmen, deren Ergebnis schließlich ein Titel war, der den Abdruck des „Nackten Affen“ von Desmond Morris ankündigte.

Das Photo schien gelungen, denn auch die Filmverleihfirma „Gloria“ fand Gefallen an Bokelbergs Aufnahme, und sie verwendete die photographierte Rückenansicht von Jochen Cornils, um für ihren Film „Technik der körperlichen Liebe“ zu werben.

Damit nun hatte Jochen Cornils nicht gerechnet. Er war betroffen, so zweckentfremdet benutzt zu werden. Mit Hilfe des Hamburger Anwalts Volker Westphal strengte er gegen Bokelberg und die Filmfirma einen Schadensersatzprozeß an.

Um uns dem Vorwurf zu entziehen, wir griffen in ein schwebendes Verfahren ein, zitieren wir lediglich in Auszügen aus der Klageschrift des Photomodells Cornils, verfaßt von Rechtsanwalt Westphal. In ihr heißt es:

„Der Kläger ist ein international arbeitendes Photomodell deutscher Nationalität. Sein Konterfei erscheint z. B. für Kent-Zigaretten an der amerikanischen Westküste in größter Streuung (Plakat in Großformat). In deutschen Illustrierten erscheint sein Kopf ebenfalls in Großformat, Er hatte mehrmals die Titelseite deutscher Illustrierten.

Sein Gesicht soll eine so starke unterschwellige sexuelle Tiefenwirkung auf Frauen ausüben, daß der Aufmerksamkeitswert der mit ihm gemachten Bilder bei entsprechendem photographsischem Können kaum übertroffen wird.“