Der Mann, der den Sportteil der ZEIT betreut, befindet sich aus gutem Grund in kurzem Urlaub. Er ist sechzig geworden und hat einen Haken um den üblichen Glückwunsch-Tumult geschlagen; und das gibt uns die Chance, seine Seite für etwas zu nutzen, was er selbst als Mißbrauch empfinden mag: über ihn, den Dr. Adolf Metzner, ein paar Zeilen zu drucken.

Sein 60. Geburtstag sei Anlaß, einmal auch in diesem Blatt an den aktiven Sportsmann Adolf Metzner zu erinnern, den jungen Athleten, der aus Frankenthal in der Pfalz kam und dreizehnmal, zwischen 1930 und 1937, zur Nationalmannschaft der deutschen Leichtathleten gehörte. Er startete zuerst im Dreß der Stuttgarter Kickers, dann für Eintracht Frankfurt. Meist startete er zu 400-Meter-Läufen, also in einer unter Kennern als außerordentlich „hart“ empfundenen Disziplin; denn eine Runde auf der Aschenbahn, das ist kein Sprint mehr und noch keine Mittelstrecke, auf der man schon „taktieren“ könnte, das erfordert buchstäblich Kampf und Kraft bis zum Umfallen. 1931 war Adolf Metzner Deutscher Meister (48,4 Sekunden). Bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles schied er im Zwischenlauf (in deutscher Rekordzeit) aus; die 4×400-Meter-Staffel, in der er mitlief, kam auf den vierten Platz. 1934 wurde er in Turin Europameister (47,9 Sekunden); einen zweiten Europameister-Titel erhielt er mit der Staffel. Im nächsten Jahr machte er sein medizinisches Staatsexamen.

Dr. Adolf Metzner ist Arzt; er ist Dozent am Institut für Leibesübungen an der Universität Hamburg; in den fünfziger Jahren war er der erste Experte in Deutschland, der die Herzaktionen eines Läufers drahtlos aufnahm und maß; er ist auf vielen Gebieten der bildenden Kunst längst kein Amateur mehr; er könnte einer der besten Ballettkritiker sein; doch er ist vor allem auch Sportjournalist, der Mann, der seit 1961 dem Sport in der ZEIT die besondere Seite sichert.

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