Die Menschheit ist ihrer eigenen herrlichen Errungenschaften nie ganz froh geworden. Ein jeglicher Fortschritt hatte seinen Preis und suchte sich seine Opfer.

Opfer des Straßenverkehrs waren und sind die Verkehrstoten, Preis der mühelosen Fortbewegung im Automobil waren und sind der Lärm der Ottomotoren und der Gestank der Abgase. Indessen haben die Zauberlehrlinge nie gerastet, die technischen Errungenschaften vom Makel des Unzulänglichen zu befreien. So kamen sie auf die Verkehrserziehung, die nur ein Eingeständnis der allgemeinen Ratlosigkeit war, und auf den Elektromotor. Dieser aber ist eine Hoffnung auf eine neue, schönere Zukunft.

Die schönere Zukunft hat jetzt in München begonnen. Der erste elektrische Stadtbus, in der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) entwickelt, wurde der Öffentlichkeit vorgeführt. Der elektrische Motor arbeitet geräuschlos und erzeugt keine Abgase – ein großer Fortschritt!

Doch wie alle die herrlichen Errungenschaften hat auch der Batteriebus zunächst noch Nachteile: Er muß sein Kraftreservoir im Anhänger hinter sich herziehen. Die Ladung reicht nur für eine Fahrzeit von etwa zweieinhalb Stunden. Dann müssen die Batterien (vier Tonnen) ausgewechselt werden. Und der Preis des Fortschritts, soweit heute schon überschaubar: Der Betrieb des Batteriebusses ist doppelt so teuer wie der eines Dieselomnibusses. Man wird’s wohl, um des Fortschritts willen, in Kauf nehmen.

Der Prototyp aus dem Hause MAN wird in diesem Jahr in Koblenz praktisch erprobt.

W.D.R.