Die Entspannungsbemühungen der Bundesregierung und die europäische Sicherheit standen im Mittelpunkt der Gespräche, die Bundeskanzler Brandt Ende der vergangenen Woche während eines zweitägigen Aufenthaltes in Norwegen führte. Zum Abschluß des Besuches, der in einer ausgesprochen freundschaftlichen. Atmosphäre stattfand, versicherte Brandt vor dem norwegischen Parlament, daß die Bundesrepublik eine Erweiterung der EWG gerade auch um die skandinavischen Staaten begrüßen würde. Zusätzlich zur wirtschaftlichen Leistungskraft und gesellschaftlichen Vitalität würden der Gemeinschaft "demokratische und moralische Kalorien aus dem Norden gut bekommen", sagte Brandt in seiner in Norwegisch gehaltenen Ansprache.

Der Bundeskanzler hatte in Oslo Gespräche mit Ministerpräsident Per Borten und anderen Regierungsmitgliedern geführt und war gemeinsam mit seiner Frau Rut zu einer Audienz von König Olav V. empfangen worden.

Die Osloer Presse stellte den Brandt-Besuch groß heraus. Die Zeitung "Arbeiterbladet" überschrieb ihren Bericht mit "Glückliches Willkommen für Brandt". Das konservative Blatt "Aftenposten" meinte, daß es in den Beziehungen zwischen Oslo und Bonn keine Probleme gebe.