Die Athener Obristen wollen an der Macht bleiben, bis „alle gesteckten Ziele“ erreicht sind. Das erklärte der griechische Ministerpräsident Georgios Papadopoulos Ende der vergangenen Woche in einer Rundfunk- und Fernsehrede aus Anlaß des dritten Jahrestages der Machtergreifung. Als Ziele nannte er „die Bildung einer neuen, modernen und starken Demokratie, die sittliche Reinigung des öffentlichen Lebens und die Rettung des Landes vor wirtschaftlicher Stagnation“, Der Ministerpräsident versicherte, weder in noch durch Griechenland sei die Demokratie bedroht.

Papadopoulos betonte, die „Revolution“ – womit er sein Regime meinte – sei nicht bereit, „irgend jemandem das Recht und die Pflicht zur staatlichen Erneuerung zu überlassen“. Über eine von Beobachtern in Athen erwartete Amnestie für die rund 1300 politischen Gefangenen verlor Papadopoulos in seiner Ansprache kein Wort. Er nannte auch keinen Termin für Neuwahlen.

In einer Botschaft an die Armee stellte der Ministerpräsident fest, seine Regierung werde an der Macht bleiben, „um ihren Auftrag der Erneuerung der Nation zu erfüllen“. Wie schon bei anderen Gelegenheiten behauptete er, das Eingreifen der Armee am 21. April 1967 habe einen mit Sicherheit bevorstehenden Bürgerkrieg abgewendet,

Zu Beginn der offiziellen Feierlichkeiten zur Erinnerung an; die Machtübernahme, die eine Woche lang dauern sollen, explodierte auf einer Athenen Hauptstraße eine Bombe. Sie war offensichtlich von Gegnern des Militärregimes gezündet worden. Im Zusammenhang mit den Gedenkfeiern zum Jahrestag kam es am Wochenende in München zu Zusammenstoßen zwischen Demonstranten und regierungstreuen griechischen Gastarbeitern. Griechen und „Rote Garden“ störten eine Feierstunde des „Verbandes der Griechen in Bayern“ im Bürgerbräukeller, auf der der griechische Generalkonsul Athanassiou (Bild) sprach. Bei dem Zusammenstoß wurden acht Polizeibeamte und drei Demonstranten verletzt.