Anmerkungen zu weiteren Versuchen, Kriegsgeschichte richtigzustellen

Von Alexander Rost

Jon Kimche: „Kriegsende 1939? Der versäumte Angriff aus dem Westen“; Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1969; 184 S., 19,80 DM

Paul Berben und Bernard Iselin: „Die Deutschen kommen. Mai 1940: Der Überfall auf Westeuropa“; Christian Wegner Verlag, Hamburg 1969; 335 Seiten, 20,– DM.

Alistair Horne: „Über die Maas, über Scheide und Rhein. Frankreichs Niederlage 1940“; Verlag Fritz Molden, Wien 1969; 552 Seiten, 25,– DM

Robert Wright: „Der vergessene Sieger. Die wahren Hintergründe der Schlacht um England“; Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1970; 320 Seiten, 24,– DM.

Frankreichs Uhren zeigten 4.35 Uhr; nach deutscher Zeit war es eine Stunde später. Auf die Minute exakt, wie gut organisierte Kriegsmaschinerie eben anzurollen pflegt, begann am 10. Mai 1940 das, was in Deutschland auf eine seltsam altertümelnde und, wie man mittlerweile zugeben darf, doch treffende Art der Frankreichfeldzug genannt wurde. Im Zeitmaß der Geschichte liegt 1940 in der Tat näher zu 1914 und sogar zu 1870 als zu 1970. Dreißig Jahre nur ist es her, und doch scheint es fernste Vergangenheit zu sein, daß Vietnamesen bei Montherme, algerische Tirailleurs bei Philippevillle und Senegalesen bei Amiens für Frankreich fielen.