Mit 51:17 Punkten, so erfolgreich wie noch kein anderer Verein in der Bundesliga, ist Borussia Mönchengladbach deutscher Fußballmeister geworden. In 34 Spielen hat die Mannschaft nur sechsmal verloren und fünfmal sich mit jeweils nur einem Punkt aus einem Unentschieden be müssen. müssen. Eine „denkende“ Mannschaft“, wie sie ihr Trainer Weisweiler zu Recht nennt, hat gewonnen. Fünf ihrer Spieler haben selber schon die Bundesliga-Trainerlizenz.

Diese Deutsche Meisterschaft ist ein Erfolg der „Elf“ und ein Erfolg des Klubs, der von Dr. Helmut Beyer, einem 43jährigen Textilfabrikanten geleitet wird, und in dem die Mannschaft nicht ohne Mitbestimmung ist; die Spieler Netzer, Vogts und Dietrich bilden einen „Rat“, der mitspricht, wenn es um. Geld, Personen und Spieltaktik geht. Günter Netzer, 25 Jahre, Verleger unter anderem der Vereinszeitschrift, ist der „Kopf“ der Mannschaft; ihre „geballte Faust“ im Kampf ist Vogts. Die anderen sind auch nicht von Pappe. Nicht zuletzt gilt das Lob, das nun auf die Borussen gleichsam einhagelt, auch Le Fevre, der nicht, wie sein Name vermuten läßt, aus Frankreich stammt, sondern ein Däne ist. Er schoß das letzte Siegestor in dieser Bundesliga-Saison: zum 4:3 über Rotweiß in Oberhausen.

Einer ist Meister; zwei „steigen ab“, scheiden aus der Bundesliga aus. Der eine Verein ist Alemannia Aachen, der andere der TSV 1860 München. Man erinnert sich noch: Europa-Cup 1966, die Münchener im Siegeszug bis ins Endspiel, und Lokaljubel und Nationaltrubel und klingende Kasse. Der Verein wurde Multimillionär. Jetzt ist er bettelarm. Und jetzt wird Borussia Mönchengladbach in die Europa-Pokalrunde ziehen – wobei die „denkende Mannschaft“ vielleicht auch einen Gedanken an die Münchener verschwendet. o.