Von dem am meisten – und meist sorgenvoll – zitierten Rivalen war kaum etwas zu bemerken: Auf dem Flugfeld von Hannover-Langenhagen standen zwar Flugzeuge mit kyrillischen Schriftzügen – japanische Schriftzeichen fehlten.

Die achte Deutsche Luftfahrtschau in Hannover kennzeichnete einen Wendepunkt:

  • Erstmals waren die Russen gekommen. • Erstmals beteiligte sich neben den US-Luft – fahrtunternehmen die amerikanische Regierung mit einer Gemeinschaftsschau.
  • Erstmals präsentierte sich die deutsche Luftfahrtindustrie in international vergleichbaren Unternehmensgrößen und als führender Partner an internationalen Projekten mitarbeitend.

Die Sowjets: Die langerwartete Exportoffensive kündigte sich an – mit Dumpingpreisen. Für die Yak 40, einen Jet für 40 Passagiere, sollen die Käufer 2,8 Millionen Mark bezahlen, weniger als etwa für das Geschäftsreiseflugzeug „Hansa-Jet“ mit acht bis zwölf Sitzen. Und VFW-Fokker kalkuliert für die VFW 614, in der Größenordnung dem sowjetischen Typ ähnlich, 8,2 Millionen Mark.

Doch beim Flugzeugkauf ist der Preis nicht der wichtigste Maßstab. „Es gibt Flugzeuge“, meint ein unabhängiger Flugzeughändler, „die sind noch zu teuer, wenn man sie geschenkt bekommt.“ Die Ghanesen, die russische Flugzeuge fast geschenkt bekommen hatten, schickten sie nach einiger Zeit mit bestem Dank zurück. Sie waren zu unwirtschaftlich im Betrieb.

Aber das muß nicht so bleiben. Fachleute rechnen für die Zukunft ernsthaft, mit der sowjetischen Konkurrenz auf dem westlichen Markt.

Die Amerikaner: Auf einem vorbildlich eingerichteten Gemeinschaftsstand präsentierten sich rund hundert amerikanische Firmen, die meisten davon zum erstenmal in Deutschland. Die Hilfestellung der amerikanischen Regierung erleichterte ihnen die Reise über den Nordatlantik, kostenlos gestellte Dolmetscher halfen, die Sprachbarriere zu überwinden – die eigentlich kaum vorhanden ist, da Englisch ja die Luftfahrtsprache ist.