Der Staat hat in der modernen Freizeitgestaltung nichts verloren. Womit sich der einzelne in seiner Freizeit beschäftigt, ist seine persönliche Angelegenheit.

Solcherlei Sätze, zitiert als Auffassung prominenter Werbebosse, finden sich in einem Informationsdienst, der helfen will, einen neuartigen Markt zu entdecken: den Freizeitmarkt, jenes noch nahezu unerschlossene Konsumgebiet zwischen Feierabend, Wochenende und Urlaub.

Recht so! Der Staat hat in der wochenendlichen Intimsphäre nichts verloren. Bestrebungen in dieser Richtung schon im Keim zu zerstören ist gewiß ein gutes Werk.

Wo aber kündigen sie sich an? In welchen Freizeitbereich versucht die öffentliche Hand rigoros hineinzuregieren? Den Menschen auch zur Nicht-Arbeitszeit fest im Griff haben zu wollen ist vielmehr ein Kennzeichen totalitärer Regime.

Die bösen Worte gegen den Staat als Freizeiteinmischen sind denn auch wirklich nicht viel mehr als ein ziemlich weit hergeholter Aufhänger, um der Öffentlichkeit einen – wenn es ihn gäbe, gewiß interessanten – neuen „Markt“ zu präsentieren: Vater Staat als Pappkamerad, eine neue Variante der Staatsphilosophie, aber nicht sonderlich einfallsreich. izh