Wenn ein deutscher Verbraucher Angst hat, auf sein Recht zu pochen, weil ihm der Preis zu hoch erscheint, dann hilft Hugo Schui: Sein Deutscher Verbraucherbund e. V., Bonn, zahlt, damit der Verbraucher klagt.

Mit jeweils 500 Mark will Schuis Bund hereingelegten, aber die Prozeßkosten scheuenden Konsumenten unter die Arme greifen: Voraussetzungen für die Prozeß-Subvention: Mindestens zwei Monate Mitgliedschaft im Verbraucherbund und Zahlung des Jahresbeitrages von sechs Mark.

Mit Verbraucher-Klagen hat Schui bereits Erfahrung. Die Mehrzahl ist berechtigt und „bei 20 Prozent ist nichts zu holen“, sagt der Verbandschef.

Diese zwanzig Prozent wird der Verbraucherbund auch in Zukunft nicht unterstützen. Gezahlt wird nur, wenn die Juristen den Fall geprüft haben und wenn eine gütliche Einigung nicht erreicht wird. Das heißt: In der Regel wird der Verein die 500 Mark zurückbekommen – vom Prozeßgegner. „Das ist also praktisch nur ein Vorschießen“, meint Hugo Schui.

So soll die großzügige Offerte den Deutschen Verbraucherbund nicht viel kosten, dafür um so mehr einbringen: Das 500-Mark-Angebot wird dem Verein zu neuen Mitgliedern verhelfen.

Sie sind willkommen. Denn Hugo Schui braucht viele Mitglieder: für die Auslastung seiner Vereins-Charterflüge über den Nordatlantik, für Kreuzfahrten mit der „Bremen“ und für den Kreuzzug gegen die Preisbindung. Denn Verbraucherbundmitglieder sind aufgerufen, alle Geschäfte zu notieren, wo preisgebundene Produkte unter dem gebundenen Preis verkauft werden.

„Dann unterlaufen wir das Ganze, indem wir die Liste dem Kartellamt auf den Tisch legen“, sagt Hugo Schui.

rod