Von Ernst Weisenfeld

Paris, im Mai

Zwischen dem deutschen Gespräch in Kassel und dem traditionellen Mai-Treffen des NATO-Ministerrates will Bundesaußenminister Scheel am kommenden Montag seinen französischen Kollegen Maurice Schumann besuchen. Noch am selben Tage wollen beide nach Rom reisen, wo nicht nur die NATO-Minister zusammenkommen, sondern auch die EWG-Minister über die politische Zusammenarbeit in Europa beraten wollen. Diese Konferenz ist seit dem Haager EWG-Gipfeltreffen im letzten Herbst vorgesehen; sie muß eine Bilanz der umfangreichen Expertenarbeiten ziehen, die inzwischen geleistet wurden, und sie soll Richtpunkte setzen.

Die Begegnung zwischen Scheel und Schumann ist also nicht nur eine schnell zwischen andere Termine eingefügte Pflichtübung im Rahmen des deutsch-französischen Vertrages, sondern eine wichtige Vorbesprechung für die römischen Konferenzen. Um drei Fragen geht es dabei vor allem:

1. um Formen und Entwicklung der Ost-Kontakte,

2. um eine ausgewogene beiderseitige Abrüstung der Machtblöcke in Europa und

3. um Termin und Form einer Teilnahme Großbritanniens an der politischen Zusammenarbeit in Europa.