Pfingsten war in den zurückliegenden Jahren stets auch das Fest der Vertriebenen: An diesem Feiertags-Wochenende schlugen sie kräftig auf die Pauke. Und solange die CDU in Bonn regierte, wurden sie auch gehört.

Das ist jetzt anders geworden. Seit das Kabinett Brandt Ernst macht mit der Politik der Aussöhnung und Annäherung gegenüber dem Osten, predigen die Vertriebenen nur noch tauben Regierungsohren. Freilich haben sie auch keine Argumente mehr zu bieten – nur noch Drohungen und Verdächtigungen. Selbst ihr Schimpfyokabular ist längst abgenutzt.

Becher, der Sprecher der Sudetendeutschen, und Czaja, der Präsident des Vertriebenen-Bundes, polemisieren zudem lediglich für eine schrumpfende Minorität. Die meisten Vertriebenen haben sich längst in der neuen Heimat eingerichtet. In München, bei dem Treffen der Sudetendeutschen, versammelten sich immerhin noch 300 000; aber nur 30 000 nahmen an der politischen Kundgebung teil. Und von den 60 000 Oberschlesiern kamen nur knapp 7000 zur Essener Abschlußveranstaltung.

Die Geschichte ist weitergeschritten. Das werden schließlich auch die Vertriebenen-Funktionäre einsehen müssen – hoffentlich bald D. St.