Fünf Tage nach der gewaltsamen Befreiung des 27 Jahre alten Frankfurter Kaufhaus-Brandstifters Andreas Baader hatte die Polizei von ihm noch keine Spur gefunden. Gleichzeitig mit dem Häftling verschwanden seine Fluchthelferin, die 35 Jahre alte ehemalige "Konkret"-Kolumnistin Ulrike Meinhof und der Apo-Anwalt Horst Mahler, der sich dafür eingesetzt hatte, daß Baader außerhalb des Zuchthauses eine Bibliothek besuchen durfte. Baader und Ulrike Meinhof wollten angeblich zusammen ein Buch über Jugendkriminalität veröffentlichen.

Als der von zwei Beamten bewachte Häftling am Donnerstag in einem Dahlemer Institut einen Katalog einsah, drangen bewaffnete und maskierte Helfershelfer in den Saal ein. Bei dem Schußwechsel wurde ein hinzueilender Buchhalter schwer verletzt; die beiden Justizwachtmeister erlitten bei dem Handgemenge Verletzungen durch Schüsse aus einer Gaspistole und Schläge mit einem Stuhlbein. Die Täter und der befreite Gefangene entkamen mit zwei Autos.

Teile der Berliner Apo distanzierten sich von dem Gewaltakt. Während der Regierende Bürgermeister Schütz die Berliner warnte nun nicht gleich alle Kritischen oder Linken "in einen Topf zu werfen", kündigte die CDU-Opposition im Abgeordnetenhaus einen Mißtrauensantrag gegen Schütz an.