Auf dem SPD-Parteitag in Saarbrücken wurden bei der Neuwahl der Führung von 36 Kandidaten, die der Parteivorstand vorschlug, 31 gewählt.

Von den Jungsozialisten erhielt keiner mehr als ein Viertel der Stimmen. Nur links zu sein genügte nicht. Die neuen Kandidaten mußten sich als tüchtige Praktiker ausweisen wie Vera Rüdiger, die "Jeanne d’Arc aus Südhessen", Entwicklungsminister Erhard Eppler, Carl Heinz Evers, ehemaliger Schulsenator in Berlin, Diether Posser, ein Jurist aus der Schule Heinemanns, der Münchner Oberbürgermeister Vogel oder auch die "Senkrechtstarter" im Parlament; Hans Apel und Holger Börner.

Ungefährdet war Helmut Schmidt als stellvertretender Parteivorsitzender: Sein Gegenkandidat, der "Juso" Gansel, kam nur auf 65 Stimmen. Für Herbert Wehner wurde die Wahl zum Triumph: 313 "Ja"-Stimmen, 16 "Nein"-Stimmen. Der einzige, der noch mehr Stimmen erhielt, war Willy Brandt.