Sollten Sie sehen:

"Micky ist der Größte", von Walt Disney. "Flesh", von Paul Morrissey.

Im Fernsehen: "Spätherbst" (1960), von Yasujiro Ozu, West III am 28. August. "Die Mädchen von Rochefort" (1968), von Jacques Demy, ARD am 1. September.

Wenn Sie nichts Besseres vorhaben:

"Die Gräfin und ihr Oberst", von Jerzy Skolimowski. Ein ironischer Abenteuerfilm um einen Offizier der napoleonischen Spanienarmee, Obristen der Cheveaux Lagers, der seinen Kaiser, den Soldatenküsser, mehr liebt als die schöne Claudia Cardinale. Weil er seinem geliebten Monarchen als besonders dumm-draufgängerisch auffällt, betraut dieser ihn mit der Übermittlung einer Botschaft, die dem Feind in die Hände fallen soll. Doch Gérard enttäuscht seinen Kaiser – seine Dreistigkeit macht Napoleons Kriegslist zunichte. Eine groteske Posse über Nationalstolz, Herrschertreue, Soldatentum und Mannesehre und was sich dahinter verbirgt. Dazu ein Spektakelfilm mit einigen exquisiten akrobatischen Gags und aparten Schlachtpanoramen. Kurz, ein Film der Art, wie man sie heute gar nicht mehr macht. Den Zustand der Kinobranche charakterisiert es, daß dieser Film unter Wert verramscht wird.

"Monterey Pop", von D. A. Pennebaker. Ein schöner Film, wenn man die Augen schließt, weil die Leute an den Tonaufnahmegeräten nur die Musik, aber die Kameraleute alles mögliche, nur nicht die Musik im Sinn hatten. Man hört Jimi Hendrix, The Who, The Mamas and the Papas, Janis Joplin und viele andere und Ravi Shankar. Im Bild aber regiert der wichtigtuerische Gestus des Reporters, der stolz darauf ist, dabeizusein, auch wenn er nichts wahrnimmt. Die Kameraleute sind wie Jagdhunde dressiert: Immer haben sie die Augen da, wo sich etwas bewegt – bewegt sich nichts, wetzen sie aufgeregt hin und her. Ravi Shankars Finger beim Sitarspiel fixieren sie, als wollten sie gleich zuschnappen. Für Leute, die nur dastehen und Musik machen oder dasitzen, hören und sehen, haben sie nur einen kurzen Blick der Verachtung übrig. In diese Verachtung muß sich der Zuschauer/Zuhörer einbezogen fühlen. Als Nachfilm zu diesem sollten die Kinos "Ten Years After" von Matthias Weiss zeigen, der in allem das Gegenteil ist.

"Ein Mann, den sie Pferd nannten", von Elliot Silverstein. "Kapitän Nemo", von James Hill.