Nachdem der Angeklagte Ende Dezember 1969 aus der für das Amtsgericht Pforzheim erlittenen Untersuchungshaft entlassen worden war und in Pforzheim als Vertrauensmann der Kriminalpolizei gearbeitet hatte, sollte er als Vertrauensmann der Kriminalaußenstelle Biberach die hiesige, damals sehr aktive Gruppe der APO überwachen. Er fand zu dieser aber keinen Anschluß mehr, weil er wohl auch von dieser Gruppe als arbeitsscheu und nicht aus echter politischer Überzeugung handelnd erkannt worden ist. Am 12. 1. 1970 traf der Angeklagte aber in der Gaststätte "Nico" den Bereitschaftspolizeibeamten Z., mit dem er in ein Gespräch über Waffen geriet, weil er ihm seine eigene Schreckschußpistole gezeigt hatte. Z. spielte dem Angeklagten die Rolle eines illegalen Waffenhändlers vor und behauptete, er könne in größeren Mengen Pistolen zum Preis von 60 Mark das Stück verkaufen. Der Angeklagte teilte dies dem Kriminaloberkommissar U. von der Kriminalaußenstelle mit und erbat sich einen Betrag von 120 Mark, um den vermeintlichen Waffenhändler zu entlarven. Da eine Nachforschung in der Personalkartei der in Biberach stationierten Bereitschaftspolizei-Hundertschaft ergeben hatte, daß das Vorleben des Polizeibeamten Z. die Behauptungen, Waffen illegal vermitteln zu wollen und zu können, als nicht ganz aus der Luft geholt erscheinen ließ und die Kriminalpolizei deshalb zu Recht annehmen konnte, hier einer echten strafbaren Handlung auf der Spur zu sein, übergab ihm Kriminalkommissar U. mit Zustimmung seiner vorgesetzten Behörde 120 Mark, um zunächst einmal zwei Pistolen zu erwerben. Der Angeklagte, der mehrere Tage lang Z. nicht traf, verbrauchte das Geld für sich, ohne in der Lage zu sein, diesen Betrag in nächster Zeit wieder aufzubringen und der Polizei zurückzuzahlen.

Am Montag, dem 19. 1. 1970, begab sich der Angeklagte zu Kriminaloberkommissar U. und spiegelte ihm der Wahrheit zuwider vor, er benötige weitere 600 Mark, weil sein Gewährsmann nur bereit sei, gegen Vorzeigen des Geldes eine größere Menge Pistolen abzugeben. Kriminaloberkommissar U. war den Behauptungen des Angeklagten gegenüber mißtrauisch, hatte aber nach wie vor Anhaltspunkte dafür, daß die Vorspiegelungen des Angeklagten den Tatsachen entsprechen könnten. Deshalb sollte der Angeklagte für den gleichen Abend den angeblichen Waffenhändler in den "Weißkreuzkeller" bestellen und ihm dort das Geld übergeben. Der Angeklagte besprach sich aber mit den Angeklagten Booch und Möhrle, denen er Geld schuldete, und versicherte sich deren Mithilfe. Zusammen machte man verschiedene Vorschläge, wie es erreicht werden könnte, daß der Angeklagte Müller zwar von der Polizei die 600 Mark übergeben bekommen würde, dann aber mit den Mitangeklagten Booch und Möhrle das Weite suchen könnte.

Schließlich traf sich der Angeklagte am Abend mit den Polizeibeamten, die in Zivil waren und sich unauffällig verhielten, in der genannten Gastwirtschaft. Der Mitangeklagte Booch rief dort als angeblicher Waffenhändler an und bestellte den Angeklagten in den "Scotchclub", weil man annahm, daß er von dort leichter verschwinden könne. Die Polizeibeamten fuhren den Angeklagten bis in die Nähe des Nachtlokals und übergaben ihm die 600 Mark. Sie überwachten ihn auch dort, doch schickte der Angeklagte Booch dem Angeklagten Müller zum "Scotchclub" eine Taxe, mit der Müller schließlich in einem günstigen Augenblick verschwand. Er traf sich mit den beiden Angeklagten Booch und Möhrle und fuhr noch in der gleichen Nacht nach Bad Waldsee, wo die Angeklagten übernachteten und sich am nächsten Tag dort oder in der weiteren Umgebung einen schönen Tag machen wollten.

(Aus einem Urteil des Schöffengerichts Biberach a. d. Riß, Az 4 Ma 34/70)